Lederprodukte einfach selbst reparieren!

Auch bei den schönsten (und teuersten) Ledertaschen kann es passieren, dass eine Naht aufgeht; gerade an Stellen, die besonders viel Reibung ausgesetzt wird.

Das ist aber überhaupt kein Drama, denn kleinere Stellen lassen sich oft leicht selbst reparieren!

Wenn die Naht nur über wenige Zentimeter aufgegangen ist, funktioniert diese Methode auch besser als es mit der Nähmaschine ginge, denn für ein sauberes Ergebnis ist es wichtig, die alten Löcher wieder zu treffen.

Das geht mit der Hand viel unkomplizierter. Eine spezielle Ledernadel ist nicht nötig, weil wir ja die alten Löcher verwenden. Alles was Du brauchst:

  • Nadel – nicht zu dünn, denn Leder-Garn ist oft recht dick
  • Garn – am besten Polyestergarn für Polsterarbeiten, ein dicker Zwirn tut es aber auch
  • Schere und Feuerzeug

     

Als erstes ziehst Du die Fadenreste auf die Innenseite und schneidest sie kurz ab, so dass ca 1-2 mm stehen bleiben. Dann brennst Du die Enden mit dem Feuerzeug ab. Polyestergarn schmilzt durch die Flamme zu einem kleinen Klumpen, der nicht mehr durch die Naht rutschen kann, deshalb ist es anderen Garnen vorzuziehen.

Tipp für unterwegs – das Garn abbrennen hilft auch, zu verhindern dass die Naht weiter aufgeht. Das ist eine gute Notlösung, wenn man unterwegs ist und weiteren Schaden verhindern will. Allerdings hält diese Reparatur nicht lange, wenn es nur bei dieser Maßnahme bleibt.

Achtung: Das Feuerzeug darf nur ganz kurz ans Leder gehalten werden, sonst bekommt es einen Brandschaden. Lieber zwei Mal versuchen! Nach dem Anschmelzen kannst Du kurz mit dem Finger draufdrücken, so wird das angeschmolzene Ende plattgedrückt und kann dadurch noch weniger durchs alte Nahtloch rutschen.

Am besten werden drei Stiche vor und nach der Stelle ohne Naht doppelt gemacht, das hält besser. Du kannst einen Knoten in den Faden machen, ein paar Zentimeter vor dem Ende, damit der nicht durchrutscht oder einfach ein bisschen Platz lassen. Jetzt stichst Du durch die alten Nahtlöcher; von innen nach außen, dann wieder nach innen und so weiter, so dass immer ein Stich zu sehen ist und einer frei bleibt.

Wenn Du am Ende der zu reparierenden Stelle angelangt bist, machst Du noch drei Stiche mehr (doppelt also) bevor Du umkehrst. Nun werden automatisch die Lücken gefüllt und die jeweiligen Stiche auf der anderen Seite gemacht.

Achte darauf, den Faden straff zu ziehen. Aber auch nicht so fest, dass es ins Leder (oder Deine Haut) schneidet beim Versuch! Wenn Du wieder an Deinem Ausgangspunkt angelangt bist, kannst Du sicherheitshalber den allerletzten Stich dreifach machen – also noch einen Stich am Platz setzen.

Nun werden noch die Fäden auf die Innenseite gezogen, wahrscheinlich sind sie dort aber sowieso schon, weil wir hier angefangen haben.

Nun noch kurz abschneiden (1-2 mm), abbrennen und fertig ist Deine Reparatur!

Wenn es sich um ein Produkt von uns handelt, kümmern wir uns selbstverständlich um die Reparatur. Melde Dich einfach hier und wir finden eine Lösung!